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Systemische Weiterbildung

Seit 1999 führen wir mit einem Team von Lehrenden im Institut für Systemische Beratung, Therapie und Supervision, ISTN Koblenz, regelmäßig Weiterbildungsgänge in Systemischer Beratung, Therapie und Supervision durch.

Diese Weiterbildungsgänge sind von der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF e.V.) zertifiziert.

Weitere Informationen zu unseren Weiterbildungsgängen finden Sie auf den Seiten des ISTN Koblenz.

Veränderung organisieren

Entwicklung und Veränderung in Organisationen, Institutionen und Unternehmen.

Systemisch gesehen, besteht eine Organisation aus dem Wissen und dem Verhalten der beteiligten Personen und Personengruppen. Die Organisation »organisiert« sozusagen die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiterschaft im Sinne ihrer Organisationsziele.

Gelingt es, die Kompetenzen so zu »organisieren«, dass die Organisation mit der zwangsläufigen Notwendigkeit stetiger Veränderung und Anpassung an den gesellschaftlichen Wandel zweckdienlich umgeht, nutzt sie hiermit sinnvoll das Potenzial ihrer Mitarbeiter*innen zum Erhalt ihrer selbst.

Die Organisation ist auf den Einsatz der zur Verfügung stehenden Kompetenzen angewiesen!

Mitarbeiter*innen, die sich in dieser Weise beteiligt sehen, werden sich engagieren.

In unterschiedlichsten Beratungsprozessen konnte ich lernen, daß Organisationen vor allem Instrumente benötigen, die es ermöglichen, alltägliche Abläufe so zu betrachten, daß andere Blickwinkel und neue Ideen entstehen. Es wird über den Tellerrand des Alltäglichen hinaus geschaut.

Da Nicht-Veränderung in bio-psycho-sozialen »Systemen« unmöglich ist, verlangt die Anpassung an die sich verändernde Umwelt den Umgang mit Veränderung und Veränderungssprozessen im internen Zusammenspiel.

Beispiel »Routine«

Routine ist unumgänglich und nötig. Sie muss aber den Zielen dienen, die erreicht werden wollen. Dies zu gewährleisten erfordert eine kontinuierliche Überprüfung der Wirksamkeit von Routinen und Abläufen. Erst wenn Beteiligte auch mal andere Perspektiven, als die gewohnten, auf ihr gemeinsames Handeln einnehmen, kann Wirksamkeit überprüft werden.

Einfach mal von außen auf den »gemeinsamen Tanz« schauen!

Systemische Organisationsberatung entwickelt mit Kunden Arbeitsformen, die andere Blickwinkel ermöglichen. Eine intelligente Organisation benötigt »Routinen zur Veränderung von Routinen«1, um sich besser an veränderte Umwelten anpassen zu können.

Zur Begleitung und (Mit-)steuerung von Veränderungsprozessen Ihrer Organisation unterstütze ich Sie gerne.


1 Simon, Fritz B., »Einführung in die systemische Organisationstheorie«, Carl-Auer Verlag 2007.

Systemische Supervision

Supervision ist das Gespräch zwischen dem/der Auftraggeber*in (Supervisand*in) mit berufsbezogener Fragestellung und dem/der Auftragnehmer*in (Supervisor*in) als Unterstützer*in in der Außenperspektive.

Systemische Supervision richtet ihre Aufmerksamkeit auf die Wechselwirkungen von Person, Rolle, Funktion, Auftrag und der Organisation einerseits, im »kommunikativen Spiel« mit der jeweiligen Zielgruppe, den Klienten oder Kunden, andererseits.

Die Außenperspektive ermöglicht Fragen, die den beruflichen Alltag der Supervisanden ergänzen und weitere Sichtweisen erschließen.

Unterschiedliche Sichtweisen und Blickwinkel generieren Ideen für alternatives Vorgehen in Arbeitssituationen.

Familien und andere »Systeme«

Meine Erfahrungen, vor allem im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, verdeutlichen mir, daß die Lösung familiärer Problemlagen auch davon abhängig ist, in welcher Weise beteiligte Hilfesysteme am Lösungsprozess einer »hilfesuchenden« Familie mitwirken.

Die kommunikativen Wechselwirkungen zum Beispiel einer Klinik, eines Jugendhilfeträgers, einer Behörde und zwischen verschiedenen »zuständigen« Einrichtungen, korrespondieren mit den Wechselwirkungen der hilfesuchenden Familie. Dabei entstehen bei den beteiligten Professionellen oft unterschiedlichste Beschreibungen darüber, was wohl das Problem sei, beziehungsweise sein könnte.

Diese Beschreibungen, entwickeln nicht selten »Eigendynamiken«, die von betreffenden Familien be-wertend oder ab-wertend erlebt werden können. Die Zusammenarbeit zwischen der Familie und den Institutionen der Hilfegewährung misslingt vielleicht.

Der respektvolle, wertfreie und unterstützende Umgang mit Familien in Ausnahmesituationen, in einer ergebnisoffenen Atmosphäre, ermöglicht eine Form von Zusammenarbeit, die Lösungen erschließen kann.

Für Hilfe»systeme« geht es dann um die Fragestellung: »Welche Handlungen unsererseits fördern die Entwicklung von Lösungen auf Seiten des Familien›systems‹ und welche nicht?«

Die Entwicklung und Durchführung von Arbeitsformen, die eine gelingende Zusammenarbeit zwischen hilfesuchenden Familien und öffentlichen Hilfesystemen ermöglicht, ist mir nach mittlerweile 30-jähriger Berufserfahrung ein persönliches Anliegen.

skulp-tour

Mit der »Familienskulptur« als Methode in der Beratung von Familien möchte ich Ihnen, liebe Leser*innen, veranschaulichen, wie der Name meiner Praxis entstand.

Was ist eine Familienskulptur?

Bei der Familienskulptur geht es um das …

»Positionieren von Personen im Raum mit Gesten und Bewegungen, die sich auf andere beziehen.«

Müller, G.F. / Moskau, G., Virginia Satir – Wege zum Wachstum, Junfermann-Verlag 2002, Seite 123

Ausgeführt entsteht eine »lebendige« Skulptur, die den Beteiligten ermöglicht, ihre Beziehungen zueinander zu zeigen, gemeinsam etwas zu verändern und die Wirkung direkt an sich selbst zu erfahren. Die Teilnehmer*innen probieren aus, erleben sich wirksam im Finden von gemeinsamen Lösungen.

Die Erfahrung mit diesem Vorgehen gibt mir viel Zutrauen in die Kompetenz von Familien. Sie ist Metapher für selbstwirksame und familieneigene Lösungen, die meine Beratungstätigkeit wesentlich beeinflusste und bis heute beeinflusst.

Im Namen skulp-tour verbinden sich bildhaftes, räumliches Erleben mit der Möglichkeit über Handeln durch Bewegung gewünschte Veränderungen langfristig zu erreichen. In vielen Beratungen durfte ich diese »Veränderungsreise« und deren Wirksamkeit bei meinen Gesprächspartner*innen miterleben.

Eltern und Familien beraten

Familien¹ sind wie Mobiles.

Mobile … ist ein frei hängendes, ausbalanciertes, leichtes Gebilde, das schon von schwachem Luftzug bewegt wird. Der Begriff stammt aus dem Französischen (Adjektiv: mobile »beweglich, verstellbar, drehbar, lose, fig. lebhaft« (Wikipedia)

Manchmal fühlen sich Familien und ihre Mitglieder wie (als Teile eines) Mobiles. Die Bewegung eines Familienmitglieds trifft alle anderen, ohne dass diese die Möglichkeit haben, den Anstoß zu verhindern. Der Anstoß berührt jeden auf andere Weise und in anderer Intensität. Die anderen Mitglieder können allenfalls reagieren. Wenn sie reagieren, tun sie es zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlicher Art und Weise und ihre Reaktion trifft nicht nur den eigentlichen Adressaten, sondern auch andere Familienmitglieder.

Jedes Verhalten und jede Aktion eines jeden Familienmitglieds hat Auswirkungen auf alle anderen.

Für den Einzelnen ist das oft unüberschaubar. Auch im Nachhinein lässt sich nicht immer herausfinden, wer wie am Geschehen mitgewirkt hat. In diesem »Durcheinander« der Familienbeziehungen möchte jedes Familienmitglied seine Vorstellungen durchsetzen oder bestätigt bekommen, seine Wünsche erfüllen oder erfüllt bekommen, seine Ziele erreichen und vieles andere mehr. Von außen wirken Verwandte, Nachbarn, Kindergarten, Schule, Arbeitgeber, Freunde, Verein, Gemeinde, Kollegen – mit!

Kommen Familien in eine Familienberatung, haben sie bereits sehr viel unternommen, ihre Problemlage zu bewältigen.

In Gesprächen mit Eltern, Kindern und Familien geht es mir darum, mein Handeln als Familienberater mit den Absichten und Vorstellungen meiner Gesprächspartner*innen abzustimmen.

Familienberatung unterstützt die Familie bei der Erreichung ihrer Ziele. Sie ist immer vorübergehend organisiert und konzentriert sich auf das familiäre Zusammenspiel im Alltag.

Jeder Beitrag und die Mitwirkung jedes Familienmitglieds ist wertvoll und wird für die Beratung gebraucht. Würden wir zum Beispiel bei einem mobile ein Element entfernen, würde es nicht mehr funktionieren. So ist es auch bei Familien und anderen Beziehungs»systemen«.

 

¹Ich meine mit dem Begriff „Familien“ alle gelebten Formen des Zusammenlebens von Erwachsenen mit elterlicher Verantwortung und ihren Kindern.

Paarberatung – Das Gespräch zu dritt

»Wie können wir ein gemeinsames Drehbuch schreiben, wenn jeder noch im eigenen Kino sitzt?«

Vortrag von Arist von Schlippe auf der Tagung des Odenwald-Instituts im Mai 1999.

Dieser Titel eines Vortrags von Arist von Schlippe beschreibt vielleicht die Lebenssituation von Paaren. Das was Beiden miteinander gelingt, ist eben auch davon abhängig, was beide mitbringen. Die vielen persönlichen Erfahrungen, Gewissheiten, Kränkungen, Bilder, Wünsche, Träume beeinflussen den »gemeinsamen Tanz« im hier und jetzt ihres Alltags.

Mit besten Absichten wird am gemeinsamen »Drehbuch« gearbeitet. Dabei können die miteinander geschaffenen Muster der Begegnung, das Wunschprojekt »erfüllte Beziehung« auch verlangsamen und erschweren.

Paarberatung stellt einen vorübergehenden, zeitlich befristeten, Arbeitsrahmen zur Verfügung. Im »Gespräch zu dritt« kann das Paar Wege aus eingefahrenen, sich wiederholenden und nicht selten sehr belastenden Momenten entwickeln.

Die systemische Beratung

Wir Menschen sind in verschiedener Weise mit den uns nahestehenden Mitmenschen verbunden. In der Familie, am Arbeitsplatz, im Wohnort sind wir immer ein Teil im Netz unterschiedlichster Beziehungen – einem Beziehungs»system«.

Unsere Erfahrungen, Erinnerungen und Themen korrespondieren unermüdlich mit den Erfahrungen, Erinnerungen und Themen anderer Mitmenschen um uns herum.

„Das Tun des Einen ist das Tun des Anderen“  – Helm Stierlin

Nur ein Bruchteil davon, können wir im Moment wahrnehmen – vieles wird vielleicht erst später verständlich.

Persönliche und familiäre Krisen sind, wie die glücklichen und zufriedenen Zeiten, Teil menschlicher Existenz.

Sind wir in einer Krise, haben wir nur noch eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten. Uns fehlen Ideen. Wir fühlen uns ohnmächtig, verschärfen unbeabsichtigt unsere Situation.

Diese Momente bilden häufig den Anlass für eine Familien-, Paar- oder Einzelberatung.

Unser »Eingebundensein« in familiäre und soziale Beziehungen, früher und heute, ist Grundlage eines »systemischen« Beratungsgesprächs, denn …

»… bei allen Themen und Fragestellungen sind immer mehrere Personen und Elemente des Lebens der betroffenen Menschen beteiligt.«

Ellebracht/Lenz/Osterhold, »Systemische Organisations- und Unternehmensberatung«, Gabler-Verlag 2002

Wir nehmen immer Einfluss in Beziehungen! Manchmal ist es notwendig unser »Einfluss Nehmen« aus einer anderen Perspektive  sehen zu können.

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